Klick dich fit · Modul 07 · Für Sie und Ihre Angehörigen

Altersheim finden —
den richtigen Weg
ins neue Zuhause.

Von den ersten Überlegungen bis zum Einzug. Schritt für Schritt erklärt — ohne Druck, ohne Fachbegriffe.

10Kapitel
1Checkliste
CHF 39einmalig
Schweizspezifisch
Inhaltsverzeichnis

Was Sie in diesem Ratgeber erwartet

Kapitel 1 und 2 sind kostenlos. Für den vollständigen Ratgeber inkl. Checkliste und Quiz einmalig CHF 39 — dauerhafter Zugang, kein Abo.

01
Kapitel Eins · Kostenlos

Muss ich überhaupt ins Altersheim?

Person zu Hause am Fenster

«Ich möchte so lange wie möglich zu Hause bleiben.» Dieser Wunsch ist tief und menschlich — und er ist öfter erfüllbar als viele denken.

Viele Menschen stellen sich die Frage nach dem Altersheim erst, wenn eine Krise eintritt — ein Sturz, eine Diagnose, eine Überlastung der Angehörigen. Dabei ist es ein Vorteil, sich frühzeitig damit zu beschäftigen: ohne Druck, mit Ruhe, mit Zeit für eigene Wünsche.

Pro Senectute, die grösste Schweizer Sozialorganisation für ältere Menschen, empfiehlt ausdrücklich, verschiedene Wohnformen kennenzulernen, bevor eine Entscheidung nötig wird. Nicht als Vorbereitung auf das Schlimmste — sondern als Ausdruck von Selbstbestimmung.

Oft gibt es Zwischenlösungen

Zwischen «vollständig selbständig» und «Pflegeheim» liegt ein breites Spektrum an Möglichkeiten. Viele Menschen können mit den richtigen Unterstützungen deutlich länger selbständig wohnen als ohne sie:

  • Spitex zu Hause — professionelle Pflege und Haushaltshilfe, die zu Ihnen kommt
  • Mahlzeitendienst — warmes Essen täglich an die Haustür geliefert
  • Notrufsystem — kleines Gerät am Handgelenk, im Notfall Hilfe auf Knopfdruck
  • Alterswohnung — altersgerecht umgebaute Wohnung, barrierefrei
  • Betreutes Wohnen — eigene Wohnung mit optionalen Dienstleistungen
  • Wohngemeinschaften — gemeinsam wohnen, geteilte Kosten, gegenseitige Unterstützung
  • Alterszentrum — eigenständiges Wohnen mit Betreuungsangeboten vor Ort
  • Pflegeheim — für höheren Pflegebedarf, Betreuung rund um die Uhr
Beratung durch Pro Senectute

Pro Senectute berät kostenlos und unverbindlich zu allen Wohnformen, Finanzierungsfragen und Unterstützungsangeboten. Jeder Kanton hat eine eigene Stelle. Der Einstieg: prosenectute.ch

Nicht unter Zeitdruck entscheiden

Eine Entscheidung über das Wohnen im Alter, die in einer Notfallsituation getroffen wird, ist selten die beste. Wer sich frühzeitig informiert, hat mehr Wahlmöglichkeiten — und behält die Kontrolle über das eigene Leben.

02
Kapitel Zwei · Kostenlos

Wann wird ein Umzug sinnvoll?

Paar im Gespräch zu Hause

Es gibt keinen Moment, an dem plötzlich eine Sirene ertönt. Meistens kommen die Zeichen langsam — und man kann lernen, sie zu erkennen.

Der Übergang zu einer betreuten Wohnform ist kein Versagen. Er ist oft ein Schritt zu mehr Sicherheit, mehr Gemeinschaft und weniger Einsamkeit. Trotzdem fällt er schwer — weil er mit Aufgeben von Vertrautem verbunden ist. Umso wichtiger ist es, die Zeichen früh zu erkennen und rechtzeitig ins Gespräch zu kommen.

Mögliche Anzeichen — bei sich selbst

  • Treppen werden schwierig — Stufen bereiten Mühe, die Angst zu stürzen wächst
  • Häufige Stürze oder Beinahe-Stürze — ein ernstes Warnsignal, das nicht ignoriert werden sollte
  • Vergesslichkeit nimmt zu — Herd ausschalten, Termine vergessen, Medikamente verwechseln
  • Der Haushalt wird zu viel — Einkaufen, Kochen, Putzen kosten überproportional viel Kraft
  • Einsamkeit — wenige soziale Kontakte, lange Tage allein, wenig Austausch
  • Der Pflegebedarf nimmt zu — Körperpflege, Medikamente, Verbandwechsel brauchen Unterstützung

Mögliche Anzeichen — bei Angehörigen

  • Angehörige sind überlastet — pflegende Kinder oder Partner stossen an ihre Grenzen
  • Die Betreuung ist nicht mehr gewährleistet — durch Krankheit, Distanz oder Berufstätigkeit der Angehörigen
  • Sicherheitsbedenken nehmen zu — die Wohnsituation erscheint nicht mehr sicher genug
Aus dem Alltag

«Meine Mutter war immer sehr selbständig. Als wir merkten, dass sie dreimal am Tag anrief weil sie nicht mehr wusste ob sie die Tabletten schon genommen hatte — da haben wir gewusst: Es ist Zeit für ein Gespräch. Nicht weil sie nicht mehr darf. Sondern weil sie mehr Unterstützung verdient.»

Das Gespräch früh suchen

Sprechen Sie das Thema an, bevor es dringend wird. Ein ruhiges Gespräch — ohne Zeitdruck, ohne Krise — führt zu besseren Entscheidungen und stärkt das gegenseitige Vertrauen. Pro Senectute kann dabei begleiten und moderieren.

03
Kapitel Drei · Vollzugang

Welche Wohnformen gibt es in der Schweiz?

Von der Alterswohnung bis zur Demenzabteilung — die Schweiz bietet ein breites Spektrum. Aber was genau ist der Unterschied, und für wen passt was?

Alterswohnung, Betreutes Wohnen, Alterszentrum, Pflegeheim — diese Begriffe klingen ähnlich, bedeuten aber sehr Unterschiedliches. Der richtige Begriff für die richtige Situation kann den Unterschied zwischen Selbständigkeit und unnötigem Verzicht ausmachen.

  • Alterswohnung: Selbständig, aber barrierefrei
  • Betreutes Wohnen: Eigene Wohnung mit Unterstützung auf Abruf
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Kapitel 3 bis 10, die Checkliste und das Quiz sind im vollständigen Ratgeber enthalten. Einmalige Zahlung — dauerhafter Zugang, kein Abo.

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03
Kapitel Drei · Vollzugang

Welche Wohnformen gibt es in der Schweiz?

Modernes Alters- und Pflegeheim Eingang

Die Schweiz bietet ein breites Spektrum an Wohnformen. Der Unterschied liegt nicht nur in Betreuung und Kosten — sondern auch in der Selbständigkeit die man behalten kann.

Viele Menschen verwenden «Altersheim» als Oberbegriff für alles. In der Realität gibt es grosse Unterschiede — in der Art der Betreuung, im Grad der Selbständigkeit und in den Kosten. Die folgende Übersicht hilft Ihnen, den richtigen Begriff für die richtige Situation zu finden.

Alterswohnung

Eine altersgerechte Wohnung ohne Schwellen, mit breiten Türen und einem Lift. Sie wohnen vollständig selbständig — aber in einem Umfeld das körperlichen Einschränkungen Rechnung trägt. Kein Personal, kein Betreuungsangebot vor Ort. Ideal für rüstige ältere Menschen, die ihre Selbständigkeit behalten möchten.

Betreutes Wohnen

Eigene Wohnung — aber mit einem Dienstleistungsangebot in der Nähe. Mahlzeiten, Reinigung, Wäscheservice, ein Notrufsystem und Beratung sind optional buchbar. Sie wählen nur was Sie wirklich brauchen. Das gibt Sicherheit ohne Abhängigkeit.

Alterszentrum / Residenz

Eigenständiges Wohnen in einem grösseren Haus mit Gemeinschaftsräumen, Aktivitäten und Betreuungsangeboten. Sie können so selbständig sein wie möglich — und erhalten bei Bedarf Unterstützung. Viele haben ein Restaurant, eine Bibliothek, Konzerte, Ausflüge.

Pflegeheim

Für Menschen mit höherem Pflegebedarf — wenn die Pflege zu Hause nicht mehr möglich ist. Pflege und Betreuung sind rund um die Uhr gewährleistet. Die Kosten sind höher, ein Teil wird von der Krankenkasse übernommen.

Demenzabteilung

Spezialisierte Betreuung für Menschen mit Demenzerkrankungen. Gesicherte Umgebung, geschultes Personal, strukturierte Tagesabläufe. Oft als eigene Abteilung innerhalb eines Pflegeheims geführt.

Diese Wohnformen unterscheiden sich stark

Betreuungsintensität, Selbständigkeit, Gemeinschaftsangebote und Kosten variieren erheblich. Es lohnt sich, mehrere Formen kennenzulernen — bevor man sich für eine entscheidet. Ein guter Überblick: curaviva.ch

04
Kapitel Vier · Vollzugang

Die richtige Einrichtung finden

Helles Zimmer in einem Seniorenheim

Es gibt keine perfekte Einrichtung — aber es gibt die richtige für Sie. Die entscheidenden Kriterien sind persönlich und lassen sich nicht aus dem Prospekt ablesen.

Die Wahl einer Alters- oder Pflegeeinrichtung ist eine der wichtigsten Entscheidungen im Leben. Sie verdient Zeit, Sorgfalt und ein klares Bild der eigenen Wünsche. Die folgenden Fragen helfen dabei, die wichtigsten Kriterien zu klären — bevor man die erste Besichtigung macht.

Lage — wo will ich wohnen?

  • Möchte ich in der Nähe meiner Familie bleiben?
  • Ist die Einrichtung gut mit dem öffentlichen Verkehr erreichbar?
  • Gibt es Einkaufsmöglichkeiten, einen Park, eine Kirche in der Nähe?
  • Fühle ich mich in dieser Gemeinde oder diesem Quartier wohl?

Zimmer — wie will ich wohnen?

  • Einzelzimmer oder Doppelzimmer? (Fast alle modernen Häuser bieten Einzelzimmer)
  • Habe ich ein eigenes Bad?
  • Darf ich eigene Möbel und Bilder mitbringen?
  • Gibt es einen Balkon oder einen Garten?
  • Wie gross ist das Zimmer — passt mein Lieblingssessel rein?

Betreuung — was brauche ich?

  • Ist Pflege rund um die Uhr verfügbar, wenn ich sie brauche?
  • Gibt es einen Arzt oder eine Ärztin, die regelmässig ins Haus kommt?
  • Wie wird mit Demenz umgegangen — gibt es eine spezialisierte Abteilung?
  • Wie viele Bewohnerinnen und Bewohner betreut eine Pflegeperson?

Alltag — wie will ich leben?

  • Welche Aktivitäten und Beschäftigungsangebote gibt es?
  • Werden Ausflüge, Konzerte, Feste organisiert?
  • Gibt es Gottesdienste oder Seelsorge vor Ort?
  • Wie sieht der Tagesablauf aus — bin ich flexibel oder muss ich mich anpassen?
  • Kann ich Besuch empfangen wann ich möchte?
Eigene Wünsche ernst nehmen

Die Bedürfnisse der pflegenden Angehörigen und die Bedürfnisse der betroffenen Person sind nicht immer identisch. Wichtig: Die Person, die einzieht, hat das letzte Wort — soweit es ihre Situation zulässt. Ihre Wünsche stehen an erster Stelle.

05
Kapitel Fünf · Vollzugang

Heime besichtigen — worauf achten?

Pflegeperson und Person im Gespräch

Ein Prospekt zeigt Ihnen Bilder. Eine Besichtigung zeigt Ihnen die Wahrheit. Besuchen Sie mehrere Häuser — und vertrauen Sie Ihrem Gefühl.

Pro Senectute empfiehlt ausdrücklich, mindestens drei bis fünf Einrichtungen zu besichtigen — und nicht nur dann, wenn bereits ein konkreter Bedarf besteht. Eine Besichtigung in Ruhe, ohne Zeitdruck, gibt ein ganz anderes Bild als eine eilige Entscheidung in einer Notsituation.

So gehen Sie vor

  • Melden Sie sich für eine Besichtigung an — fragen Sie ob Sie auch zu einem normalen Mahlzeit kommen dürfen
  • Besuchen Sie das Haus wenn möglich zu verschiedenen Tageszeiten — Morgen und Nachmittag können sich stark unterscheiden
  • Nehmen Sie eine Vertrauensperson mit — vier Augen sehen mehr als zwei
  • Bereiten Sie eine Liste mit Fragen vor

Worauf Sie achten sollten

  • Freundlichkeit des Personals — Werden Bewohnerinnen und Bewohner mit Namen angesprochen? Mit Würde behandelt?
  • Atmosphäre — Fühlt es sich nach Heim an oder nach Zuhause? Lachen Sie Menschen?
  • Sauberkeit — Nicht nur Böden, auch Zimmer, Toiletten und Gemeinschaftsräume
  • Geruch — Ein unangenehmer, dauerhafter Geruch kann auf Unterversorgung hinweisen
  • Bewohnerzufriedenheit — Fragen Sie direkt: «Wie gefällt es Ihnen hier?»
  • Essensqualität — Schauen Sie sich die Wochenspeisekarte an — besser noch: probieren Sie mit
  • Aktivitäten — Was hängt am Anschlagbrett? Wie viele Aktivitäten finden tatsächlich statt?
Frage die Sie stellen sollten

«Was passiert, wenn mein Pflegebedarf zunimmt — kann ich hier bleiben, oder muss ich dann wechseln?» Die Antwort auf diese Frage sagt viel über ein Haus aus.

Heimsuche Schweiz — praktische Plattformen

seniorenheimplus.ch — Suche nach freien Plätzen in Schweizer Alters- und Pflegeheimen
curaviva.ch — Schweizer Verband der Sozialen Institutionen, mit Heimverzeichnis

06
Kapitel Sechs · Vollzugang

Kosten und Finanzierung in der Schweiz

Person überprüft Dokumente und Finanzen

Die Kosten eines Alters- oder Pflegeheims sind für viele eine der grössten Unsicherheiten. Dabei gibt es klare Regeln — und mehr Unterstützung als viele wissen.

In der Schweiz setzen sich die Kosten eines Heimplatzes aus verschiedenen Teilen zusammen. Nicht alles zahlen Sie selbst — je nach Situation übernehmen Krankenkasse, Gemeinde und Kanton einen grossen Teil.

Die drei Kostenbereiche

  • Pflegekosten — werden von der Krankenkasse und dem Wohnkanton übernommen, ein kleiner Anteil verbleibt bei Ihnen (max. CHF 21.60 pro Tag, Stand 2024)
  • Betreuungskosten — Unterstützung im Alltag, Aktivitäten, Sozialbetreuung — vom Bewohner oder der Bewohnerin zu tragen
  • Hotellerie — Zimmer, Mahlzeiten, Wäsche — ebenfalls privat zu tragen

Was übernimmt die Krankenkasse?

Die obligatorische Krankenpflegeversicherung (OKP) übernimmt einen Beitrag an die Pflegeleistungen — gestaffelt nach Pflegestufe. Je höher der Pflegebedarf, desto mehr zahlt die Kasse. Die genauen Beiträge sind eidgenössisch geregelt.

Ergänzungsleistungen — oft unbekannt, oft entscheidend

Wenn das Einkommen und Vermögen nicht ausreichen um die Heimkosten zu decken, besteht in der Schweiz ein gesetzlicher Anspruch auf Ergänzungsleistungen (EL). Diese sind keine Sozialhilfe — sie sind ein Recht, das mit AHV- oder IV-Rente verknüpft ist. Viele Menschen wissen nicht, dass sie Anspruch haben.

EL-Anspruch prüfen lassen

Pro Senectute berechnet Ihren Anspruch auf Ergänzungsleistungen kostenlos und hilft bei der Anmeldung. Auch die AHV-Ausgleichskasse Ihres Kantons kann weiterhelfen. ahv-iv.ch → Ergänzungsleistungen

Wichtige Fragen vor dem Eintritt klären

  • Was kostet das Zimmer pro Monat — alle Leistungen eingerechnet?
  • Was ist in der Pauschale enthalten — was wird separat verrechnet?
  • Was übernimmt meine Krankenkasse?
  • Habe ich Anspruch auf Ergänzungsleistungen?
  • Gibt es eine Kostensteigerungsklausel im Vertrag?
Vermögen und Erbschaft

Wer über Vermögen verfügt, muss dieses grundsätzlich für die Heimkosten einsetzen — bis auf einen Freibetrag. Es lohnt sich, frühzeitig eine Fachperson für Altersrecht oder einen Sozialberater beizuziehen. Pro Senectute bietet hier kostenlose Erstberatung.

07
Kapitel Sieben · Vollzugang

Wartelisten verstehen und nutzen

Person schreibt auf eine Liste

Die besten Häuser haben die längsten Wartelisten. Wer frühzeitig handelt, hat die Wahl — wer wartet, hat sie oft nicht mehr.

Beliebte Alters- und Pflegeheime in der Schweiz haben Wartelisten von mehreren Monaten bis zu einigen Jahren. Das bedeutet: Wer heute sicher wohnen will, muss heute beginnen sich zu informieren — auch wenn ein Umzug noch nicht in Sicht ist.

So gehen Sie mit Wartelisten um

  • Frühzeitig informieren: Fragen Sie bei Wunschheimen nach der durchschnittlichen Wartezeit
  • Wunschheime besichtigen: Nur Häuser auf die Warteliste setzen, die man wirklich kennt
  • Auf mehrere Wartelisten eintragen lassen: Meistens kostenlos oder mit einer kleinen Gebühr — eine Verpflichtung besteht noch nicht
  • Kontakt regelmässig pflegen: Einmal jährlich anrufen und bestätigen, dass das Interesse noch besteht
  • Priorität angeben: Teilen Sie dem Heim mit, ob ein Platz dringend oder langfristig gesucht wird
Auf der Warteliste — und dann?

Wenn ein Platz frei wird, wird man kontaktiert. Sie haben meist wenige Tage Zeit um Ja oder Nein zu sagen. Wer Nein sagt, verliert seinen Platz auf der Liste nicht unbedingt — fragen Sie das Heim direkt nach ihrer Praxis.

In Notsituationen

Bei einem dringenden Pflegebedarf nach einem Spitalaufenthalt gibt es in vielen Kantonen spezielle Übergangs- und Kurzzeitpflegeplätze. Fragen Sie den Sozialdienst des Spitals — dieser kann schnell vermitteln.

08
Kapitel Acht · Vollzugang

Den Umzug vorbereiten

Kartons und Umzugsvorbereitung

Ein Heimeintritt ist mehr als ein Wohnungswechsel. Er bedeutet Abschied nehmen — von Räumen, Gewohnheiten, manchmal von einem ganzen Lebensstil. Eine gute Vorbereitung macht diesen Übergang menschlicher.

Geben Sie sich und Ihren Angehörigen Zeit für diesen Prozess. Er muss nicht in einer Woche erledigt sein. Teilen Sie die Aufgaben auf, holen Sie Hilfe und erlauben Sie sich, auch Trauer zu empfinden — sie gehört dazu.

Praktische Aufgaben — Schritt für Schritt

  • Erinnerungsstücke auswählen: Was kommt mit ins neue Zuhause? Entscheiden Sie bewusst und ohne Eile
  • Möbel reduzieren: Das Zimmer ist oft kleiner — was darf mitgenommen werden, was geht an Familie, was wird gespendet?
  • Dokumente ordnen: Pass, AHV-Ausweis, Krankenkassenkarte, Vorsorgeauftrag, Testament, Vollmachten
  • Verträge kündigen: Mietvertrag (Kündigungsfristen beachten), Abonnements, Zeitungen, Mitgliedschaften
  • Neue Adresse melden: Einwohnerkontrolle, Post (Nachsendeauftrag), Krankenkasse, AHV, Bank, Arzt
  • Telefon und Internet: Was brauche ich im neuen Zuhause? Gibt es WLAN im Heim?
Hilfe beim Räumen

Pro Senectute und viele Gemeinden haben Freiwilligendienste, die beim Räumen und Sortieren helfen. Auch Entrümpelungsfirmen können entlastet werden — das Rote Kreuz vermittelt teilweise kostenlose Hilfe.

Vorsorgeauftrag prüfen

Haben Sie einen Vorsorgeauftrag und ein Testament? Wenn nicht, ist jetzt der richtige Moment. Ein Vorsorgeauftrag bestimmt, wer für Sie Entscheidungen trifft, wenn Sie es nicht mehr selbst können. Mehr Infos beim KESB Ihres Kantons.

09
Kapitel Neun · Vollzugang

Was kommt mit ins neue Zuhause?

Persönliche Gegenstände in einem gemütlichen Zimmer

Ein Zimmer wird erst zum Zuhause, wenn es nach einem riecht. Das ist keine Sentimentalität — das ist menschliche Würde.

Forschungen zum Wohlbefinden in Pflegeheimen zeigen: Menschen die ihr Zimmer mit persönlichen Gegenständen einrichten dürfen, fühlen sich schneller zuhause, sind weniger depressiv und brauchen weniger Beruhigungsmittel. Die Einrichtung des Zimmers ist keine Kleinigkeit — sie ist ein Zeichen von Würde.

Was meistens mitgenommen werden kann

  • Lieblingssessel oder -sofa — falls er ins Zimmer passt, unbedingt mitnehmen
  • Familienfotos — in schönen Rahmen, an die Wand oder auf den Nachttisch
  • Bücher, Bibel, Gebetsbuch — vertraute Lektüre und Glaubensgegenstände
  • Eigene Bettwäsche und Kissen — der vertraute Geruch hilft beim Einschlafen
  • Lieblingsdekoration — eine Vase, ein Bild, eine Uhr
  • Erinnerungsstücke — ein Stein vom Lieblingsort, ein Erbstück, ein Spielzeug der Enkel
  • Eigene Kleidung — nicht das Heimkleidlager, sondern vertraute Kleider
  • Elektrische Geräte — Radio, kleiner Fernseher, Tablet — vorher abklären
Was Heimbewohnerinnen berichten

«Die ersten Wochen waren schwer. Aber als ich meinen alten Sessel und die Familienfotos aufgestellt hatte — da war es plötzlich ein bisschen wie zuhause. Das hat viel geholfen.»

Vor dem Einzug fragen

Klären Sie mit dem Heim ab: Welche eigenen Möbel sind erlaubt? Gibt es Beschränkungen bei Elektrogeräten? Wer pflegt die persönlichen Gegenstände? Darf man die Wände mit Bildern dekorieren?

10
Kapitel Zehn · Vollzugang

Angehörige begleiten den Prozess

Familie im gemeinsamen Gespräch

Kinder und Angehörige wollen das Beste. Aber was das Beste ist, weiss am Ende nur die Person, um die es geht.

Der Einzug ins Alters- oder Pflegeheim ist selten nur ein Ereignis — er ist oft ein Prozess über Monate, der alle Beteiligten belastet. Angehörige fühlen sich schuldig. Die betroffene Person fühlt sich vielleicht übergangen. Missverständnisse entstehen. Mit einem achtsamen Vorgehen kann vieles davon verhindert werden.

Wie Angehörige gut begleiten

  • Frühzeitig Gespräche suchen — nicht erst wenn es keine Wahl mehr gibt
  • Zuhören, bevor man informiert — erst fragen: Was wünschst du dir? Was macht dir Angst?
  • Wünsche der betroffenen Person respektieren — auch wenn sie unbequem sind
  • Gemeinsam entscheiden — Entscheidungen über jemanden treffen, nicht für jemanden
  • Nicht unter Zeitdruck handeln — Entscheidungen die unter Druck getroffen werden, bereut man öfter
  • Professionelle Begleitung beiziehen — Sozialdienste, Pro Senectute, Seelsorge

Was Angehörige für sich selbst tun können

  • Sich erlauben, auch eigene Erschöpfung wahrzunehmen — Pflege ist anstrengend
  • Gespräche mit Geschwistern oder Partnern offen führen
  • Pro Senectute bietet auch Beratung für pflegende Angehörige an
  • Seelsorge in Anspruch nehmen — in vielen Heimen und Gemeinden kostenlos
Als Pastor bin ich für Sie da

Wenn Sie als Angehöriger in dieser schwierigen Zeit das Gespräch suchen — ich stehe Ihnen zur Verfügung. Nicht nur als Ratgeber, sondern als Mensch der zuhört. Gespräch buchen →

Schuldgefühle sind normal

Fast alle Angehörigen fühlen sich schuldig — auch wenn sie alles richtig machen. Das Schuldgefühl bedeutet nicht, dass Sie versagt haben. Es bedeutet, dass Sie sich kümmern. Das Wichtigste: dass die betroffene Person weiss, dass sie nicht allein ist.

Bonus · Vollzugang

Checkliste Altersheim-Suche

Diese Checkliste begleitet Sie von der ersten Überlegung bis zum Einzug. Drucken Sie sie aus und haken Sie ab.

Vorbereitung
  • Wohnsituation ehrlich einschätzen — was brauche ich jetzt, was in Zukunft?
  • Pflegebedarf einschätzen — ggf. mit Hausarzt oder Spitex besprechen
  • Finanzielle Möglichkeiten klären — Einkommen, Vermögen, Ergänzungsleistungen prüfen
  • Vorsorgeauftrag und Testament prüfen — ggf. erstellen lassen
  • Wünsche formulieren — Lage, Zimmer, Betreuung, Alltag
Suche und Auswahl
  • 3–5 Einrichtungen in der Wunschlage identifizieren
  • Besichtigungstermine vereinbaren
  • Fragenliste für Besichtigungen vorbereiten
  • Besichtigungen durchführen — mit Vertrauensperson
  • Eindrücke vergleichen und besprechen
  • Wartelisten prüfen — bei Wunschhäusern anmelden
Entscheid und Vorbereitung
  • Wunschheim auswählen
  • Vertrag lesen — bei Unklarheiten Pro Senectute oder Rechtsberatung beiziehen
  • Eintrittsdate bestätigen
  • Mietvertrag kündigen (Kündigungsfristen beachten)
  • Abonnements und Mitgliedschaften kündigen
  • Neue Adresse melden — Einwohnerkontrolle, Post, Krankenkasse, Bank, Arzt
Umzug
  • Mitnahme-Liste erstellen — was kommt mit ins neue Zuhause?
  • Zimmer persönlich einrichten — Fotos, Sessel, Erinnerungsstücke
  • Neue Telefonnummer / Adresse an Familie und Freunde weitergeben
  • Erste Woche: viel Besuch organisieren — Eingewöhnung braucht Begleitung
Wissen testen

Was wissen Sie über die Altersheim-Suche?

7 Fragen rund ums Thema Wohnen im Alter. Die erste Frage ist kostenlos.

Frage 1 von 7

Ihre Mutter stürzt häufig und der Haushalt wird ihr zu viel. Was ist der erste sinnvolle Schritt?

Fragen 2–7 · Vollzugang

Die restlichen 6 Fragen sind im vollständigen Ratgeber enthalten.

7/7
Richtige Antworten

Josua Eugster
Josua Eugster
Pastor · Seelsorger · Gründer Klick dich fit

Als Pastor begleite ich Menschen in allen Lebensphasen — auch und gerade in der Frage: Wie will ich im Alter leben? Dieser Ratgeber ist aus echten Gesprächen entstanden. Er gibt keine einfachen Antworten — aber er hilft, die richtigen Fragen zu stellen.